Für mich ist es selbstverständlich am Morgen den Wasserhahn aufzudrehen und ein Glas frisches Wasser zu trinken. Wie wenig selbstverständlich dieser Luxus ist, merke ich jeweils wenn ich anderswo im Ausland in den Ferien bin und nur Wasser aus den Flaschen trinken kann.
Mit meinem Vater durfte ich mit auf eine Quellinspektion in unserer Gemeinde. Das Trinkwasser aus unserer Gemeinde stammt aus verschiedenen Quellen in den Churfirsten.
Faszinierend fand ich vor allem die enormen Sicherheitsbestimmungen welche in solchen Quellfassungen gelten. Bei jeder Quellfassung mussten wir mindestens drei Türen mit verschiedenen Schlüsseln öffnen bis wir beim Wasser waren. Quellfassungen der öffentlichen Wasserversorgung müssen ganzjährlich zugängig sein um allfällige Pannen und Komplikationen zu beheben. Quellen welche nicht ganzjährig zugänglich sind müssen im Winter vom Netz genommen werden.
Hinter den kleinen Häuschen der Quellfassungen befindet sich teilweise ein langes Tunnelsystem. Das Wasser ist nicht überall gleich einfach zu erreichen. In einer Quellfassung liefen durch einen langen Gang bis wir zum Schluss zu einem kleinen Rinnsal gelangten. In einer anderen erreichten wir die Quelle schon nach einigen Metern.
Das Trinkwasser wird durch eine Druckleitung in das kleine Kraftwerk geleitet. Dort wird mit ihm mit Hilfe von Turbinen Strom produziert, welcher in das lokale Stromnetz eingespeist wird.
Der grösste Teil des Wassers wird anschliessend durch das Trinkwassersystem in die Haushalte geleitet. In einem unterirdischen Reservoir wird die Löschwasserreserve zurückgehalten. So kann im Notfall der Feuerwehr genügend Löschwasser zur Verfügung gestellt werden ohne dass die Einwohner auf Trinkwasser verzichten müssen.
Am Tag der offenen Tür hatten sie eines der beiden Reservoirs geleert und wir konnten hinein gehen. In diesem grossen, rechteckigen Raum hätten drei bis vier Lastwagen Platz gefunden.
Die Quellfassungen, das Trinkwassersystem und das Kraftwerk brauchen viel Pflege und müssen laufend gewartet werden. Für diese Arbeit hat der Betrieb mehrere Leute vollzeitig eingestellt.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Liebi Martina
AntwortenLöschenStimmt - darüber habe ich mir noch nie wirklich Gedanken gemacht! Wir können am Morgen aufstehen, eine Dusche nehmen, ein Glas frisches Wasser aus dem Wasserhahn lassen, etc. Ein richtiges Luxusprivileg das wir haben! Wenn ich an meine Ferien in Marokko zurückdenke, so kann ich mich erinnern, dass wir im Süden nicht einmal das WC spülen konnten, weil dort das Wasser zu knapp war. Man konnte sich ein kleines Kübelchen mit Wasser füllen, und musste mit diesem zurechtkommen. Ein Aufseher kontrollierte die "Wasserbedienung"!
Zudem haben wir das Glück, dass wir hier bei uns frisches Quellwasser haben - dass auch für den Durst gebraucht werden kann. Im Tessin hingegen, habe ich schon mühe, das Wasser zu trinken. Aber das Wasser nutzen wir ja noch für andere Zwecke und dann ist es, wie du es gesagt hast, wirklich nicht selbstverständlich, dass wir den Hahn öffnen können und das Wasser sofort 'herausplätschert'. Mich würde einmal interessieren, wie viele Menschen heutzutage das Wasser noch bei einem Brunnen, Fluss oder See holen müssen - und seit wann dieses Wassersystem bei uns in der Region (oder in der CH) läuft...
Grüessli Sina